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Geschichte der Frauenbewegung in Darmstadt

Im 19. Jahrhundert lebten in Darmstadt gleich zwei bedeutende Vorkämpferinnen der Frauenbewegung, Louise Dittmar (1807-1884) und Luise Büchner (1821-1877).  Für eine breitere Öffentlichkeit wurde Louise Dittmar im Vorfeld der 1848er Revolutionen durch ihre radikalen Schriften gegen die patriarchalische Gesellschaft bekannt. Die vierzehn Jahre jüngere Luise Büchner fand 1855/56  mit ihrem Buch „Frauen und ihr Beruf“ eine breite Anerkennung.  In ihren weiteren Schriften zur Frauenfrage kämpfte sie unermüdlich für die Zulassung von Frauen zur qualifizierten Berufsbildung.

1867 entstanden unter dem Protektorat von Prinzessin (ab 1877 Großherzogin) Alice von Hessen zwei große Frauenvereine: Der Alice-Frauenverein für Krankenpflege für die Ausbildung von weltlichen Krankenschwestern und der Verein für Förderung der weiblichen Industrie (später Alice-Verein für Frauenbildung- und Erwerb).

1872 fand in Darmstadt die erste ordentliche Generalversammlung des 1869 gegründeten Verbandes deutscher Frauenbildungs- und Erwerbsvereine (Lette-Verband) statt. Auf dieser Konferenz diskutierten die Delegierten u.a. über die Zulassung der Frauen zu Post-, Eisenbahn- und Telegraphendienste und die Einstellung von Frauen als Lehrerinnen in höheren Mädchenschulen.

1895 gab es in Darmstadt eine zweite wichtige Konferenz: Auf Einladung des Darmstädter Lehrerinnenvereins tagten die Delegierten des Allgemeinen Deutschen Lehrerinnenvereins unter der Leitung von Helene Lange in der hessischen Residenzstadt. Themen der Konferenz waren: Die Zulassung von Frauen zum Universitätsstudium und die Verbesserung der Stellenvermittlung von Lehrerinnen.

Nach 1900 gründeten Darmstädter Frauenvereine zahlreiche Beratungsstellen für Frauen und Mädchen. Für die politische Gleichberechtigung der Frauen traten neben den Mitgliedern des 1907 gegründeten Frauenvereins für Stimmrecht vor allem die Sozialdemokratinnen ein. Zum ersten internationalen Frauentag in Deutschland organisierten sie am 19. März 1911 im Gewerkschaftshaus eine Versammlung, an der sie die Einführung des Frauenwahlrechts forderten.

Nach der Einführung des aktiven und passiven Wahlrechts für Frauen im November 1918, wurden bei den ersten demokratischen Gemeindewahlen im Januar 1919 fünf weibliche Stadtverordneten in die Stadtverordnetenversammlung gewählt: Karoline Balser (Deutsche Demokratische Partei), Elise Lack, Elisabeth Kern (SPD), Luise Schweisgut und Minna Brückner (Deutsche Volkspartei).

Mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten kam 1933 auch in Darmstadt die Frauenbewegung zum Stillstand.

Nach 1945 verfestigte sich die wiederbelebte Frauenbewegung in einem Nebeneinander von staatsbürgerlichen Frauenvereinen und Frauengruppen in Parteien, Gewerkschaften und Kirchen.

In den 1970er Jahren entstanden infolge der Neuen Frauenbewegung autonome Frauengruppen, die sich der Themen annahmen, die zuvor wenig im Blickpunkt standen, z. B. Gewalt gegen Frauen und sexueller Missbrauch. So trugen Frauen aus der autonomen Frauenbewegung u.a. zur Gründung des Darmstädter Frauenhauses und des Frauenkommunikations- und Kulturzentrums bei. Die Themen der autonomen Frauengruppen in den 1970er und 80er Jahren umfassten u.a. das Recht auf körperliche Selbstbestimmung, Gewaltfreiheit, gleichgeschlechtliche Partnerschaften, Frauenbildung und Friedensbewegung.

Der Ortsverband Darmstadt des Deutschen Frauenrings ist seit 1980 Träger des Frauenhauses (Haus für Frauen und Kinder).

Buch 1

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